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Wenn Sie unter Verspannungen im Hals- und Nackenbereich leiden, ständiges Kieferknacken, Kiefergelenkschmerzen oder Kaubeschwerden haben, kann eine Fehlfunktion im Kiefergelenk die Ursache sein. Auch chronische Kopfschmerzen, Migräne, Zähneknirschen, Tinnitus oder Rückenbeschwerden stehen oft in Zusammenhang mit einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD).
Weil ein Ungleichgewicht im Zusammenspiel von Zähnen, Kiefergelenken und Kaumuskulatur Auswirkungen auf den gesamten Körper haben kann und häufig nicht sofort mit dem Kiefer in Verbindung gebracht wird, haben viele Betroffene bereits einen langen Leidensweg hinter sich – mit Besuchen bei Orthopäden, HNO-Ärzten oder Physiotherapeuten, ohne dauerhafte Besserung.
Eine gezielte zahnärztliche Funktionsanalyse und die anschließende CMD-Therapie können Ihr Kausystem wieder ins Gleichgewicht bringen und die damit verbundenen Beschwerden spürbar lindern.
Der Begriff setzt sich aus drei lateinischen Wortteilen zusammen: Cranio steht für den Schädel, Mandibula für den Unterkiefer und Dysfunktion für eine Fehlfunktion. Gemeint ist eine Störung im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zahnreihen.
Im gesunden Zustand gleitet der Unterkiefer beim Öffnen, Sprechen und Kauen leichtgängig und nahezu symmetrisch. Kiefergelenk und Kaumuskulatur sind dabei über Nervenbahnen eng mit der Hals- und Nackenmuskulatur verschaltet, ähnlich einem Regelkreis. Treffen die Zahnreihen nicht mehr passgenau aufeinander, muss der Unterkiefer eine Fehlstellung einnehmen, um trotzdem kauen zu können. Die Folge ist eine dauerhafte Überlastung des Kiefergelenks und der umliegenden Muskulatur, die sich über diesen Regelkreis auch auf Nacken, Schultern und Rücken auswirken kann.
Die meisten Betroffenen zeigen mindestens drei der folgenden Anzeichen gleichzeitig.
Eine CMD entsteht selten von heute auf morgen. Meist summieren sich mehrere Faktoren, die dazu führen, dass Ober- und Unterkiefer nicht mehr harmonisch zusammenwirken. Zu den häufigsten Ursachen zählen aus unserer Erfahrung:
Am Anfang jeder CMD-Behandlung steht bei uns eine gründliche Untersuchung von Kiefergelenk und Kaumuskulatur. Dabei prüft Dr. Tomalla manuell Kau- und Kopfmuskeln auf empfindliche Druckpunkte und erfasst, wie frei sich der Kopf drehen und neigen lässt. Anschließend wird das Kiefergelenk in seiner Beweglichkeit beurteilt: Öffnet es gleichmäßig? Gibt es Einschränkungen, Knacken oder Reiben?
Ergänzend nutzen wir moderne, computergestützte Vermessungstechnik und denselben Intraoralscanner, den wir auch bei der digitalen Planung von Zahnersatz und Implantaten einsetzen. So werden alle Befunde digital zusammengeführt und Sie müssen sich keinem unangenehmen klassischen Abdruck unterziehen. Auf dieser Grundlage entsteht ein verlässlicher Befund und in Absprache mit Ihnen ein individueller Therapieplan.
Auf Basis der Funktionsanalyse fertigen wir zur Entlastung von Kiefergelenk und Muskulatur eine individuell angepasste, herausnehmbare Aufbissschiene in Zusammenarbeit mit unserem Dentallabor vor Ort an. Sie wird so gestaltet, dass der Unterkiefer schrittweise in eine entspanntere und anatomisch günstigere Position geführt wird. Dadurch verteilt sich die Belastung im Kiefergelenk wieder gleichmäßiger.
Die Schiene wird in der Regel über mehrere Wochen nachts und bei Bedarf auch tagsüber getragen. Viele Patienten spüren bereits nach einigen Wochen eine deutliche Entspannung der Kaumuskulatur. In begleitenden Kontrollterminen justieren wir die Schiene bei Bedarf nach und dokumentieren den Behandlungsfortschritt.
Eine CMD betrifft selten nur den Kiefer allein. Da Verspannungen über die Hals- und Nackenmuskulatur oft bis in den Rücken ausstrahlen, arbeiten wir bei Bedarf eng mit Physiotherapeuten und Osteopathen aus der Region zusammen. Gezielte Übungen und manuelle Techniken unterstützen die Aufbissschiene dabei, die Durchblutung von Muskel- und Bindegewebe zu fördern und den gesamten Bewegungsapparat wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. So wird nicht nur ein einzelnes Symptom behandelt, sondern der Körper als Ganzes betrachtet.
Sobald sich Kiefergelenk und Kaumuskulatur durch die Aufbissschiene entspannt haben, folgt bei vielen Patienten ein zweiter, wichtiger Schritt: die prothetische Folgetherapie. Dabei gleichen wir zahntechnische Ursachen aus, die eine CMD mit ausgelöst oder verstärkt haben können, zum Beispiel abgenutzte Zahnoberflächen, überstehende Füllungen oder nicht mehr passgenauer Zahnersatz.
Wenn im Rahmen einer geplanten Versorgung ohnehin neuer Zahnersatz, Implantate oder in ausgewählten Fällen eine Versorgung nach dem Konzept „Feste Zähne an einem Tag“ ansteht, fließt die zuvor ermittelte, entspannte Kiefergelenkposition direkt in die Planung ein. So entsteht eine Bisslage, die nicht nur ästhetisch überzeugt, sondern auch funktionell zu Ihrem Kiefergelenk passt – ganz im Sinne unseres ganzheitlichen Behandlungskonzepts.
Für die meisten Patienten mit den genannten Beschwerden lässt sich auf diesem Weg eine spürbare und dauerhafte Verbesserung erreichen. Bei sehr komplexen, chronischen Schmerzbildern arbeiten wir eng mit Physiotherapeuten und bei Bedarf mit spezialisierten Schmerzzentren zusammen.
Hinter jeder CMD-Behandlung bei uns steht die Erfahrung von Dr. Sven Tomalla M.Sc. Nach dem Studium der Zahnmedizin in Mainz, mehrjähriger Tätigkeit in oralchirurgischen und zahnmedizinischen Praxen sowie dem Master of Science in Parodontologie und Implantattherapie verbindet er fundiertes Fachwissen mit einem ganzheitlichen Blick auf den Kauapparat. Seit der Praxisgründung 2023 bei Mainz steht bei ihm nicht der einzelne Zahn im Mittelpunkt, sondern das Zusammenspiel von Kiefergelenk, Bisslage, Zahnersatz und Körperhaltung.
Das zeigt sich im Praxisalltag konkret:
Vereinbaren Sie jetzt Ihre digitale Funktionsanalyse:
Gründlich, modern und auf Ihre Beschwerden abgestimmt.
Dr. Sven Tomalla, DentalGut bei Mainz
Online Termin VereinbarenBegleitend zur zahnmedizinischen Therapie können Sie selbst einiges dazu beitragen, dass sich Ihre Beschwerden schneller bessern.
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen eine Aufbissschiene in bestimmten Fällen (z. B. bei nachgewiesenem Bruxismus oder klarer Funktionsstörung), oft jedoch nur anteilig oder nach Genehmigung. Die umfassende Funktionsanalyse und individuelle Schienenanpassung sind häufig Privatleistung. Nach der Untersuchung erhalten Sie bei DentalGut einen transparenten Kostenplan.
Die reine Schienentherapie erstreckt sich meist über mehrere Wochen bis wenige Monate, begleitet von Kontrollterminen. Wenn anschließend eine prothetische Anpassung nötig ist, verlängert sich der Gesamtprozess. Den genauen Zeitrahmen besprechen wir nach der Funktionsanalyse mit Ihnen.
Meist nicht. Standard-Schienen entlasten oft nur oberflächlich und können die Bisslage sogar ungünstig verändern. Eine CMD-gerechte Schiene wird individuell nach Funktionsanalyse gefertigt und bei Bedarf nachjustiert.
Ja. Auch bei jüngeren Patienten kommen Fehlbiss, Stress-bedingtes Knirschen oder Haltungsschäden vor. Die Diagnostik und Therapie werden dann altersentsprechend angepasst.
Physiotherapie behandelt vor allem Muskulatur und Haltung. Die zahnärztliche CMD-Therapie setzt an der Ursache im Kausystem an (Bisslage, Kiefergelenk, Zahnersatz). Beides ergänzt sich oft ideal – deshalb arbeiten wir bei Bedarf interdisziplinär mit Physiotherapeuten zusammen.
Nein. Ziel ist, Kiefergelenk und Muskulatur zu entlasten und die Ursache (z. B. abgenutzten Zahnersatz oder Fehlbiss) dauerhaft zu korrigieren. Viele Patienten benötigen die Schiene nur in der Therapiephase, manche später nur noch phasenweise bei Belastung.
Ja, wenn die neue Versorgung in der entspannten, zuvor ermittelten Kiefergelenkposition geplant wird. Genau deshalb fließt bei uns die Funktionsanalyse in die Planung von Zahnersatz und Implantaten ein.
Wenn neben Nacken-, Kopf- oder Rückenschmerzen auch Kieferknacken, morgendliche Kieferschmerzen, eingeschränkte Mundöffnung, Zähneknirschen oder unklare Zahnschmerzen bestehen, ist eine zahnärztliche Funktionsanalyse sinnvoll. Oft liegt die Ursache genau an der Schnittstelle zwischen Kiefer und Bewegungsapparat.